Tips & Tricks

Hier finden Sie zahlreiche Informationen und Tips & Tricks zu den Themen Mikrofonierung, Recording, Mix und Mastering. Die Seite wird kontinuierlich erweitert.

Mikrofone

Mikrophone sind für die erste Wandlung (von akustischer zu elektrischer Energie) verantwortlich. Es gibt für die verschiedenste Einsätze verschiedenste Spezialisten.

Funktionsprinzip

Funktionsprinzip

Grundsätzlich wird zwischen Druckempfänger & Druckgradientenempfängern unterschieden.

Druckempfänger

besitzen eine Membran, die ein geschlossenes System abschließt. Es reagiert damit direkt auf Luftdruckänderungen - ähnlich wie ein Barometer. Mikrofone dieser Bauart nehmen den Schall von allen Seiten auf. Deshalb haben diese Mikrofone eine Kugelrichtcharakteristik. Druckempfänger sind die am natürlichst klingenden Mikrofontypen. Zum einen weil sie Frequenzen bis auf annähernd 0 Hz übertragen können, zum anderen weil sie aufgrund ihrer Kugelcharakteristik sehr frequenzstabil von allen Seiten reagieren. Nachteilig an diesen Mikrofonen ist ihre hohe mechanische und akustische Empfindlichkeit. In gut klingenden Räumen können sie aber eine Offenbarung sein. Druckempfänger haben übrigens auch einen Nahbesprechungseffekt. Dieser ist allerdings gegenteilig zu anderen Mikrofonen: Durch Druckstau werden die Höhen betont, nicht die Tiefen.

Druckgradientenempfänger

Bei Druckgradientenmikrofonen schließt die Membran ein teiloffenes System ab. Durch Schlitze in diesem System treten Änderungen des Luftdrucks auf beiden Seiten der Membran auf, so dass sie sich gegenseitig auslöschen. Übertragen werden nur Differenzen im Luftdruck vor und hinter der Membran. Durch geschicktes Anordnen dieser Schlitze und durch Verwendung von „Laufzeitgliedern“ ergeben sich die verschiedenen Richtwirkungen:

Richtcharakteristiken

Richtcharakteristiken

Druckgradientenempfänger können verschiedene Richtcharakterisika haben. Grundsätzlich können diese verschiedenen Richtcharakteristiken auf zwei Arten konzipiert werden:

1.) Mechanisch
durch Verwendung von Druckgradientenkapseln kann durch gechickte Platzierung von Schlitzen hinter der Membran und durch Verwendungs von Laufzeitgliederen jede beliebige Richtcharakteristik zwischen Kugel und 8 erzielt werden.
2.) Elektrisch
Hier werden zwei Nierenkapeln eng aneinander geklebt. Durch verschiedenes Verschalten entststehen die verschiednen Richtcharakteristiken: Werden beide Kapseln geschaltet entsteht eine Kugel, wird nur die vordere Kapsel geschaltet entsteht eine Niere und wird die hintere Kapsel verpolt dazugeschalten entsteht eine 8.

Das Polarflexsystem von Schoeps macht sich das zur Nutze. Hier werden 2 Mikrofone, eins mit einer 8-Charakteristik und eins mit einer Kugelcharakteristik in drei Frequenzbändern phasenlinear beliebig gemischt. Dadurch sind für diese Frequenbänder jede beliebige Richtcharakteristik darstellbar; auch nach der Aufnahme.

Kugeln

Kugeln nehmen den Schall in der Theorie von allen Seiten gleich auf. Durch die Abschattung des Mikrofonkörpers trifft das bei Frequenzen ab ca. 2 kHz nicht mehr vollständig zu. Kugeln können auf zwei Arten erstellt werden. Mechanisch durch Verwendung einer Druckempfängerkapsel oder durch die Verwendung von zwei aneinander geklebten Nierenkapseln, die elektrische miteinander verschaltet sind.

Nieren

starke Dämpfung von rückwärtigem Schall mit ca. 25 dB. Viele Nieren haben ein instabiles polares Frequenzverhalten. Das bedeutet, dass seitlich einfallender Schall verfärbt übertragen wird. Typischerweise zeigen Mikrophonhersteller aber nur den "on axis" Frequenzgang. Prinzipiell gilt: Je größer die Membran, desto größer die Verfärbungen bei seitlichem Einfall.

Hypernieren

sehr starke Dämpfung von seitlichem Schall und leichte Dämpfung von rückwirkendem Schall. Die Eigenschaften hinsichtlich der Verfärbung on seitlichem Schall der Niere gelten hier noch verstärkt, was viele Tonschaffende dazu bewegt, Super- und Hypernieren konsequent für hochauflösende Aufnahmen abzulehnen. Einige Hersteller, vor allem Schoeps, haben diesen Spagat aber sehr gut gelöst. Mit den Kapseln MK 41 und MK 41v sind hervorragende (OCT und XY) Aufnahmen möglich.

Acht-Charakteristik

Ein Spezialfall der Druckgradientenempfänger stellt die offene Membran dar. Sie ist in der Regel in Bändchenmikrofonen zu finden und kann von beiden Seiten gleich besprochen werden. Es gibt allerdings auch einige wenige Kondensator Kleinmembranmikrophone ind dieser Bauform (z.B Schoeps MK8 und Neumann KM 120) Diese Bauform führt zu einer 8-er Charakteristik. Damit verbunden ist eine starke Dämpfung zur Seite und eine sehr feine, freie neutrale Übertragung. Zu berücksichtigen ist, dass im Gegensatz zur Kugelcharakteristik rückwärtige Schallanteile phaseninvertiert übertragen werden. Durch die hohe Wellenlänge treffen tieffrequente Töne sowohl auf Vorder- wie Rückseite aus und löschen sich damit gegenseitig aus, weshalb diese Mikrophone eine Bassschwäche haben. Dies gilt in leicht abgeschwächter Form auch für Nieren und Hypernieren.

Mikrofonbauarten

Mikrofonbauarten

Es gibt es in der professionellen Audiotechnik vor allem 3 verschiedende Bauarten von Mikrofonen.

Tauchspulenmikrofone

besitzen eine Membran an der am Rand eine Schwingspule angebracht ist. Diese Schwingspule taucht im Takt des eintreffenden Schalls in einen Spalt in einem Dauermagnet. Dadurch wird ein Strom induziert, der an den Mikrofonvorverstärker weitergeleitet wird. Diese Mikrofone sind in der Regel recht robust. Durch das relative hohe Gewicht der Schwingspule sind sie etwas gröber und lösen Musiksignale nicht so differenziert auf. Tauchspulenmikrofone sind daher eher in der Livemusik anzutreffen. Es gibt aber auch Studioklassiker, wie das Electrovoice RE20 oder das Shure SM 57 oder die Sennheiser MD 441, die am Drumset oder auch an Bläsern eine gute Figur machen.

Kondensatormikrofone

nutzen die durch Abstandsänderungen zwischen der (beweglichen) Membran und der Gegenelektrode hervorgerufenen Kapazitätsänderungen, um je nach Mikrofontyp Schalldruck oder Schalldruckdifferenz in ein elektrisches Signal umzuwandeln. Es entspricht damit der Funktionsweise eines elektrostatischen Lautsprechers. Der Vorteil dieser Bauart ist die sehr leichte Membran, die zu einer hohen Auflösung führt. Kondensatormikrofone sind deshalb die bevorzugten Mikrophone in Studios.

Bändchenmikrofone

Die Membran des Bändchenmikrofons ist ein hauchdünner im Zickzack gefalteter Aluminiumstreifen. Der Streifen ist nur wenige Mikrometer dick. Je nach Bauart sind ein oder zwei solcher Streifen zwischen den beiden Polen eines Permanentmagneten so eingespannt, dass sie bei Anregung durch eintreffenden Schall geringfügig hin und her schwingen. Die Bewegung im Magnetfeld induziert eine der Bewegungsgeschwindigkeit proportionale Spannung, die an den Enden der Aluminiumstreifen abgegriffen wird. Bändchenmikrofone sind tendenziell eher höhenarm, was bei guten Bändchen aber gut mit einem EQ zu kompensieren ist. Durch die geringe bewegte Masse reagieren Ribbons dennoch sehr fein auf kleinste Schwingungen und sind bei weitem nicht so behäbig wie die dynamischen Tauchspulenmikrofone. Bändchenmikrofone sind sehr empfindlich und eigenen sich eigentlich nur im Studio.

Größen

Membrangrößen

Generell wird jedes Mikrophon aufgrund seines Membrandurchmessers einer diesen beiden Kategorien zugerechnet.

Großmebranmikrofone

besitzen einen Membrandurchmesser von mehr als 1 Zoll (ca. 2,54 cm). Großmembranmikrofone haben physikalisch bedingt Schwächen im Hochtonbereich, da der Membrandurchmesser größer ist als die Wellenlängen von Frequenzen über 13.000 Herz. Durch die große Membran kommt es zu Partialschwingungen und damit zu Verfärbungen. Weiterhin treten stärkere Verfärbungen bei seitlichem Einfall des Schalls. Warum gilt dann das Großmembranmikrofon als die Königin unter den Mikrofonen (vor allem bei Amateuren)? Durch die große Membranfläche ist das Großmembrnamikrofon besonders empfindlich, wodurch der Rauschabstand steigt. Außerdem wird die Färbung eines Großmebranmikrophons oft als angenehm - besonders für Vocals, die generell eher on-axis besprochen werden - empfunden. Abschließend sei noch angemerkt, dass viele Großmembranmikrofone eine Kapsel mit zwei Membranen besitzen. Durch geschicktes elektrisches Verschalten dieser beiden Membranen können auch verschiedene Richtcharakteristika erzielt werden. Die physikalischen und damit akustischen Besonderheiten eines Druckempfängers oder einer freien Membran werden damit aber nicht erreicht.

Kleinmebranmikrofone

besitzen demgegenüber eine Membram mit einem Durchmesser von kleiner als einem Zoll und haben eine sehr hohe Frequenzstabilität in Abhängigkeit vom Einfallswinkel. Sie übertragen bis weit über 20 kHz sauber. Kleinmembranmikrofone stellen ein geringes Hindernis im Schallfeld dar und wirken damit weniger verändernd, was auch in Stereo-Mikrofonanordnungen zum Tragen kommt, wenn zwei Mikrofone in unmittelbarer Nähe für Intensitätsstereofonie platziert werden müssen. Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Kapsel, desto neutraler und präziser ist das Klangbild. Daher werden bei Aufnahmen, bei denen es auf klangliche Authentizität ankommt, nahezu ausschließlich Kleinmembranmikrofone eingesetzt. Die geringere Empfindlichkeit bedingt durch die kleinere Fläche verringert dagegen den Rauschabstand, der bei aktuellen Modellen der etablierten Hersteller immer noch in einem unproblematischen Bereich liegt.

By the way: Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Großmembranmikrofone stärker im Bass sind. Das ist nicht so. Gerade Kleinmembran Druckempfänger können theoretisch bis 0 Hz sauber übertragen.

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